Psychologie

Psychology is the Science of Mind and Behaviour.

»Psychologiestudentin? Du kannst mir dann bestimmt sagen, was ich denke, oder?«

Wenn ich diesen Satz höre, habe ich große Lust, eine Gegenfrage zu stellen. Etwas ganz Banales wie »Was ist deine Lieblingsfarbe?« oder »Was hast du letzte Nacht geträumt?« und dann, egal auf welche Antwort, die Augen aufzureißen, vielleicht theatralisch eine Hand auf meinen Mund zu legen und wegzurennen.

Als Psychologiestudentin wird man ständig mit Vorurteilen konfrontiert und die erste Reaktion auf Schlagzeilen wie »Eis-Creme verursacht Morde im Sommer – Korrelation gefunden« ist nicht »Oh mein Gott, ich werde nie wieder Eis essen«, sondern »In welchem wissenschaftlichen Journal wurde das behauptet? Wie viele wurden beobachtet? Wie genau ist der Pearson r? Habt ihr eine linerare Regression durchgeführt? Und warum weißt du nicht, dass Korrelation nicht Verursachung bedeutet?«

Man wird unglaublich empfindlich für das, was einem tagtäglich vorgesetzt wird und beginnt zu hinterfragen, was die Medien oder die Pop-Psychologie alles behaupten. Man entwickelt kritisches Denken. Vor allem deswegen liebe ich mein Studium. Aber auch, weil ich die Themen unheimlich spannend finde.

Einige dieser Themen möchte ich hier auf dem Blog anschneiden, wobei ich versuchen werde so wissenschaftlich wie möglich zu bleiben. Das meiste Wissen entnehme ich dabei meinen Vorlesungen, aber auch Journals und Büchern. Gerne nehme ich Vorschläge entgegen, wenn du dir ein bestimmtes Thema wünscht.

Generell kann man die Psychologie ganz grob in einen biologischen Teil und einen sozialen Teil einteilen und beide kommen mit diversen Unterkategorien einher. In der biologischen Psychologie ist vor allem die Kognitive Psychologie von großer Bedeutung, die sich mit den mentalen Prozessen befasst, die im Gehirn vorgehen. Vor allem bezieht sie sich auf unsere Erinnerungen, die Sprache(n), die wir sprechen, Denken, Kreativität und Aufmerksamkeit. Sie ist wichtig für andere Teilbereiche der Psychologie. Die Kognitive Verhaltenstherapie hat dort beispielsweise ihren Ursprung. Sie wird oft bei Depressionen eingesetzt.

Psychobiologie und Wahrnehmung sind zwei weitere Teile der biologischen Biologie. Sie befassen sich mit dem Aufbau des Gehirns, wie verschiedene Drogen oder Hormone sich auf unser Verhalten auswirken und auch, wie die Sinneswahrnehmungen, die wir erleben, verarbeitet werden. Das wird spätestens dann kompliziert, wenn man neben den vier Hirnlappen (Frontallappen, Temporallappen, Occipitallappen und Parietallappen) noch viele andere Teile des Gehirns kennenlernt und diese in Areale für Hören, Sehen und dergleichen einteilt (darf ich erwähnen, wie komisch Lappen im Deutschen klingt? Im Englischen heißt es »lobe«).

Die Sozialpsychologie ist sehr weitreichend. Sie umfasst im Grunde genommen all unser gesellschaftliches Verhalten, wie es zu Stande kommt und wie es manipuliert werden kann. Man lernt darüber, warum man jemanden attraktiv findet, ob Videospiele wirklich aggressiv machen und warum Leute anderen oft nicht helfen, wenn sie Zeuge eines Verbrechens werden. Habe ich da gerade Verbrechen gesagt? Damit beschäftigt sich explizit auch die forensische Psychologie. Verbunden mit vielen dieser Themen ist auch die Frage, wie wir Menschen uns unterscheiden und wie diverse Attribute wie Intelligenz oder Persönlichkeit sich auf unser Handeln auswirken. Dabei ist vor allem die Entwicklungspsychologie wichtig. Denn die Debatte zwischen »Nature and Nurture« – was wir erben und was wir werden – wird immer noch fortgeführt.

Zu  guter Letzt gibt es natürlich den Teil der Psychologie, der sich mit psychischen Krankheiten und deren Behandlung befasst. Bei ihm ist es wichtig, auf fast alle Teilbereiche der Psychologie einzugehen und zu analysieren, wie diverse Krankheiten zu Stande kommen und wie sie behandelt werden.
Außerdem war es ein Fehler zu denken, dass ich nach dem Abitur nie wieder Mathe brauche. Denn Psychologie basiert hauptsächlich auf Statistik. Alles muss belegt werden, weswegen man Psychologie unbedingt als Naturwissenschaft sehen sollte, nicht als Pop-Psychologie, in der man ohne Back-Up Behauptungen anstellt.
Ich hoffe, ich konnte euch hiermit einen kleinen Einblick in die Psychologie geben und freue mich schon zu hören, was euch interessiert!

Hier findet ihr ein Inhaltsverzeichnis, das euch schnell zu den diversen Beiträgen in den einzelnen Teilen der Psychologie führt.

Viel Spaß beim Stöbern und Lernen!

Murphy ♥


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